Institut für gute Mütter

Institut für gute Mütter

von Jessamine Chan

 

 

Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Hardcover; 1. Edition (30. März 2023)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 432 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3550201338
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3550201332
Originaltitel ‏ : ‎ The School for Good Mothers

 

 

 

Klappentext

Bin ich eine schlechte Mutter?

Frida ist überfordert: Ihr Baby Harriet schreit und schreit und alles, wonach sich die alleinerziehende Mutter sehnt, ist eine halbe Stunde Ruhe und etwas Zeit für sich. Als sie das kleine Mädchen für eine Stunde unbeaufsichtigt zu Hause lässt, ruft ein Nachbar die Polizei. Was dann folgt, ist der Albtraum einer jeden Mutter: Frida verliert das Sorgerecht und wird in eine Besserungsanstalt gesteckt. Im Institut für gute Mütter soll sie mithilfe einer KI-Puppe lernen, was es heißt, eine gute Mutter zu sein. Ein Jahr totaler Überwachung, Strafen und unmenschlicher Lektionen nimmt seinen Lauf.

Eines von Barack Obamas Lieblingsbüchern 2022!

»Empörend aktuell« The New York Times Review

»Ein bemerkenswerter, mitreißender Roman« Vogue

 

 

Mein Fazit

Hier sitze ich nun und versuche Euch meinen Eindruck zu dem Buch Institut für gute Mütter von Jessamine Chan zu verraten. Es fällt mir etwas schwer, denn ein wesentlicher Teil des Buches sind die Geschehnisse in dem Institut für gute Mütter und dort herrscht ein Grundsatz: Was im Institut passiert bleibt im Institut! Ich frage mich was darf ich verraten und was nicht. Zudem musste ich das Ende des Buches erst einmal auf mich wirken lassen.
Aber alles in allem war es gutes Buch, doch eigentlich habe ich bei dem Titel etwas anderes erwartet. Genau wie viele andere Leserinnen kann ich dieses ‚andere‘ nicht wirklich benennen.

Zu Beginn des Buches, nein nicht nur zu Beginn eigentlich das ganze Buch über lernen wir Frida kennen. Frida ist eine etwas komplizierte Frau. Nie wird sie ihren eigenen, den ihrer Eltern und die ihres Chefs Ansprüchen gerecht. Früher litt sie unter Depressionen und nahm Medikamente dagegen, doch als sie schwanger wird nimmt sie diese einfach nicht mehr. Nach der Geburt ihrer Tochter Harriet lässt sich ihr Mann scheiden und teilen sich die Betreuung von Baby Harriet.

Eines Tages lässt Frida Baby Harriet zu Hause allein in ihrem Activity Center zurück. Eigentlich wollte Frida sich nur einen Kaffee holen, doch sie fährt ins Büro und vergisst dort die Zeit. Zu sehr genießt sie die Ruhe vor der nicht schlafen wollenden Harriet! Ein fataler Fehler, denn als sie nach über einer Stunde später nach Hause kommt erwartet sie dort die Polizei! Der absolute Albtraum jeder Mutter beginnt für Frida!

Baby Harriet wird bei ihrem Ex-Mann und dessen neuen Freundin untergebracht und Frida wird von einer Richterin zu einem Jahr in dem Institut für gute Mutter verurteilt. Eine Jahr ohne Kontakt zur Realität, ohne Handy und Familie. Außer möglichen Sonntagsanrufen bei den Kindern gibt es keinerlei Kontakt zur Außenwelt! Frida soll „mutterisch“ lernen! Jeder Frau wird eine KI-Puppe zugeteilt anhand derer sie ihre Fähigkeiten im „mutterisch“ erlernen und perfektionieren soll.
Immer mehr blicken wir in die Tiefen der Vorstellung der Institut Leiterin und deren Vorstellung „mutterisch“! In meinen Augen eine sehr altmodische und rückständische Sicht. Aber erfahren auch wie sehr Frida die neue Freundin ihres Ex-Mannes verabscheut und im Grunde auch beneidet!

Nach einem Jahr des Leidens und der Einsicht das Frida nicht nur ‚einen schlechten Tag‘ hatte werden ihr von der Richterin alle Kontakte zu Baby Harriet abgesprochen. Doch Frida hat einen Plan….

Der Autorin Jessamine Chan beschreibt sehr ausführlich die einzelnen Trainigsschritte. „Schlechte“ Mütter werden vollkommen unrealistischen Prüfungen unterzogen, in denen sie nach zeitlichen Vorgaben ihre KI-Kinder umarmen dürfen und wie sie in speziellem „mutterisch“ mit den Kindern reden müssen. Der Einsatz der lebensechten KI Puppen ist sehr spannend. Allerdings empfand ich die Szenen in denen den empfindungsfähigen Puppen absichtlich Schmerzen zugefügt wurden und dann die Mütter üben sollten sie schnellstmöglich zu beruhigen. Sehr sehr beunruhigend!!!

Frida’s Blick auf ihren ‚richtig schlechten Tag‘ und die immer stärker werden Hass-Tiraden auf die neue Freundin ihres Ex-Mannes fand ich auf Dauern nervig! Zudem hat Frida in meinen Augen kaum eine Entwicklung erlebt , ganz im Gegenteil ich fand dass sie sich immer mehr zurück entwickelte.

Dennoch kann ich dieses Buch empfehlen, denn es zeigt Fehler in der Gesellschaft, Staat und Umgang mit ’schlechten‘ Müttern auf und liefert zu dem einen Lösungsansatz.