Karnevals Blogtour Unworte & Jugendsprache

Karnevals Blogtour “ Eine Kugel Strappsiatell, bitte!“

Karneval
Nachdem Lena Euch am Veilchendienstag von ihrem Selbstversuch des Schweigetages berichtet hat noch ich heute am Aschermittwoch Euch über die Unwort und die Jugendsprache bzw. Das Jugendwort des Jahres berichten.

 

Unworte & Jugendsprache

 
Unwort, was ist das eigentlich?

Ein Unwort ist eigentlich nichts anderes als ein „unschönes“, aber auch ein „unerwünschtes“ Wort, welches aus dem Bereich der Sprachkritik kommt.

“ Die Benennung der Unwörter des Jahres soll „in erster Linie als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion“ dienen.
Alle Bürger können Vorschläge zum Unwort des Jahres mit Angabe einer Quelle des sprachlichen Missgriffs einreichen. „Für das Auswahlverfahren eines Jahres können bis 31. Dezember des betreffenden Jahres Vorschläge gemacht werden, die den Grundsätzen der Unwort-Aktion entsprechen. In der ersten Januarhälfte des Folgejahres wählt eine Jury aus allen Vorschlägen und auf der Basis einer ausführlichen inhaltlichen Diskussion das ‚Unwort des Jahres‘, ggf. weitere Unwörter aus.“ Die Entscheidung ist nicht abhängig von der Zahl der Unterstützer eines Vorschlags.
„Unwortverdächtig“ sind Wörter oder Formulierungen, die beispielsweise
gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen (z. B. Geschwätz des Augenblicks für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche),
gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen (z. B. alternativlos als Haltung/Position in der politischen Diskussion, um eine solche zu vermeiden und sich der Argumentationspflicht zu entziehen),
einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren (z. B. durch unangemessene Vereinfachung oder Pauschalverurteilung, wie etwa Wohlstandsmüll als Umschreibung für arbeitsunwillige ebenso wie arbeitsunfähige Menschen),
euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind (z. B. freiwillige Ausreise als Behördenterminus für die nur bedingt oder gar nicht freiwillige Rückkehr von Asylbewerbern in ihre Heimatländer aus Abschiebehaftanstalten).
Wesentlich für die Auswahl ist neben der Aktualität auch die durch Quellennachweis belegte öffentliche Äußerung des Wortes oder der Formulierung.
(Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Unwort_des_Jahres_(Deutschland) )
Wer entscheidet letztendlich welches Wort es ist? Gibt es Unterschiede zu Österreich, der Schweiz oder im Ausland?

Deutschland
Der Begriff wurde in Deutschland durch die Gesellschaft für Deutsche Sprache, die das deutsche Wort des Jahres kürt und auch ein Unwort des Jahres publiziert, populär. Die Aktion „Unwort des Jahres“ definiert Unwort als „[…] Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen.“
Das Unwort des Jahres wird seit 1991 jährlich von der Jury der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“ an der Universität Frankfurt am Main bestimmt.
Als Unwort des 20. Jahrhunderts wurde „Menschenmaterial“ bestimmt. Daneben gibt es auch ein Börsenunwort.

Österreich
Seit 1999 werden von der Universität Graz im Zuge des Projekts Österreichisches Deutsch auch in Österreich Unwörter des Jahres ermittelt.

Schweiz
Auch in der Schweiz wird seit 2003 durch eine private Jury ein Unwort des Jahres bestimmt.

Liechtenstein
Seit 2002 in Liechtenstein.

Andere Sprachen
Die American Dialect Society kürt je ein Word of the Year in verschiedenen Kategorien, darunter auch die Negativpreise „Most Unnecessary“ (unnötig), „Most Outrageous“ (abscheulich), „Most Euphemistic“ (beschönigend) und „Least Likely to Succeed“ (erfolglos).
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Unwort)
Seid wann gibt es ” Das Unwort des Jahres”?

Die sprachkritische Aktion Unwort des Jahres wurde in Deutschland 1991 von Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen. Bis 1994 wurde das „Unwort des Jahres“ im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählt. Nach einem Konflikt mit dem Vorstand der GfdS machte sich die Jury als „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ selbstständig.

Unwort des Jahres 1Unwort2Jahrhundert Unwort( Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Unwort_des_Jahres_(Deutschland) )

 

Jugendsprache

Jugendsprache (auch Jugendkommunikation) bezeichnet Sprechweisen bzw. sprachliche Muster und Merkmale, die unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Altersstufen und unter verschiedenen Kommunikationsbedingungen verwenden oder verwendet haben. Der Begriff ist laut Glück (2005) nicht streng definiert. Löffler bezeichnet die Jugendsprache als eine transitorische Sondersprache („Lebensalter-Sprache“), womit auf die zeitliche Begrenzung dieser Sprachformen im Leben des Menschen hingewiesen wird. Jugendsprache wird in der germanistischen und westeuropäischen Sprachwissenschaft heute jedoch kaum noch als Sondersprache aufgefasst, sondern weitgehend als komplexe Varietät der Standardsprache oder als Sprechstil einer (bestimmten) Gruppe Jugendlicher definiert. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen jugendtypischen und jugendspezifischen sprachlichen Merkmalen und Mustern. Tendenziell werden in der Jugendsprachforschung heute insbesondere Merkmale und Muster der Mündlichkeit, der Umgangssprache und der Gruppenkommunikation als typisch für Jugendsprachen betrachtet (vgl. z. B. Neuland 2008). Übertreibungen und Intensivierungen, Humor, Ironie und Spiel, Expressivität und Emotionalität prägen jugendlichen Sprachgebrauch. Diese Tendenzen machen sich auf allen sprachlichen Ebenen bemerkbar.

 

Formen von Jugendsprache
Im Laufe der Zeit hat sich eine Reihe von Begriffen für unterschiedliche Formen von Jugendsprache herausgebildet; man findet unter anderen: Comicdeutsch, Schülersprache, Denglisch, Soldatensprache, Studentensprache, Szenesprache, Drogenjargon, Graffiti-Jargon, Hip-Hop-Jargon und Netzjargon. Diese Begriffe sind nicht alle ausschließlich auf Sprechweisen Jugendlicher beschränkt; sie betreffen aber zumindest auch deren Äußerungsformen, beziehen sich allerdings vorwiegend auf Sonderlexik, also den Wortschatz Jugendlicher. Hierzu ist anzumerken, dass Jugendsprache auf unterschiedlichen sprachlichen Ebenen, wie Phonetik und Graphematik, Morphosyntax sowie in stilistischer und textueller Hinsicht, Besonderheiten und Präferenzen aufweist. In den letzten Jahren sind, gerade in urbanen Lebensräumen, ethnolektale Elemente von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Jugendsprache eingeflossen („Balkan-Slang“, „Türk-Deutsch“). Dies zeigt sich etwa in einzelnen Ausdrücken und Wendungen sowie in der Phonetik, aber auch in der Gestik.

 

Charakteristika von Jugendsprache
Vor allem ist festzustellen, dass es keine einheitliche Jugendsprache gibt. Es handelt sich vielmehr um Äußerungsformen, die sich in der gruppeninternen Kommunikation herausbilden und somit unter verschiedenen geographischen, sozialen und historischen Bedingungen auch unterschiedliche Formen annehmen. Die Meinung der Forscher, die Funktion von Jugendsprache bestehe vor allem in der Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt (Glück 2005: „Kontrasprache“) und darin, eine Identifikation ihrer Sprecher mit der jeweiligen Gruppe zu festigen, wurde mittlerweile erweitert. Zu Funktionen von Jugendsprachen zählen außerdem Identitätsfindung in der Auseinandersetzung mit Rollen- und Statuszuschreibungen durch die gesellschaftliche Norm, die konspirative Funktion, emotional-expressive Funktion, aber auch die Benennungsfunktion von Realien, die im Rahmen jugendlicher Lebenswelten existieren.

 

Merkmale
Als besonders charakteristisch werden in der Literatur der Wortschatz und bestimmte Stilmittel (etwa der Übertreibung, Intensivierung, Spiel, Ironie, Provokation,…) genannt. Der abweichende Wortschatz hat dazu angeregt, eine Reihe von Szenewörterbüchern zu verfassen, die allerdings auch ein klischeehaftes Bild von Jugendsprache produzieren, das der Realität jugendlicher Sprechweisen nur kaum gerecht wird. Es werden auch besondere Interjektionen wie boah und ey verwendet. Die meisten Ausdrücke sind aber sehr kurzlebig. So wurde früher zum Beispiel als Ausdruck hoher Zustimmung „knorke“ gesagt, später kam „astrein“, „cool“ oder auch „geil“ auf, oft angereichert um steigernde Ausdrucksformen („oberaffengeil“). Aus diesem Grund gibt es regelmäßig Neuauflagen der Szenewörterbücher oder auch ganz neue Sammlungen, die jedoch von Linguisten im Bereich der Jugendsprache kritisch betrachtet werden.
Häufig werden Metaphern und bildhafte Ausdrücke verwendet, zum Beispiel werden „lange Beinhaare“ zu „Naturwollsocken“. Auch ist Jugendsprache oft sehr provokant und beleidigend. Ein weiteres Merkmal von Jugendsprache sind Kürzungen. So wird z.B. aus „so einem“ „so‘nem“. Außerdem werden viele Wörter aus dem Englischen verwendet, wobei die Einschätzung der Häufigkeit des Gebrauchs meist übertrieben ist. Ein Beispiel für einen Anglizismus ist etwa das bereits oben genannte „cool“ – ein Wort, das sich mittlerweile auch in der Umgangssprache durchgesetzt hat und nicht mehr als typisch jugendsprachlich betrachtet werden kann. Regelmäßig kommen Füllwörter (z.B. „und so“), Interjektionen und hedges (z.B. „irgendwie“) vor. In den letzten Jahren benutzen einige Jugendliche häufig Abkürzungen eines Satzes (z.B. „YOLO“, was für „You only live once“ steht). In der Syntax fallen Merkmale stilisierter Mündlichkeit auf, was sich an Satzabbrüchen, Ellipsen, Drehsätzen oder Wiederholungen äußert.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache)

Seit 2008 wird  jährlich von einer Jury unter der Leitung des Langenscheidt-Verlags aus denjenigen Jugendwörtern das Jugendwort des Jahres ausgewählt.

Jugendwort
Nach so viel Theorie bist Du jetzt in meiner Gewinnfrage gefordert.

 

Die Gewinne:

Meine Gewinnfrage: Was war Dein Unwort und Jugendwort des Jahres 2015?

9783453603790_Cover

2 mal 1 Print Exemplar

 

Teilnahmebedingungen:

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist.
  • Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von buchreisender.de organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 11.02.2016 um 23:59 Uhr.

 

Blogtourtermine:

08.02 Buch- und Verlagsvorstellung
09.02 Der Schweigetag
10.02 Unworte & Jugendsprache
11.02 Deutsche Sprachentwicklung
12.02 Gewinnerbekanntgabe auf beiden Blogs

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WordPress spam blockiert CleanTalk.