Jäger des verlorenen Zeitgeists: Frank Jöricke erklärt die Welt

Jäger des verlorenen Zeitgeists: Frank Jöricke erklärt die Welt

 

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1. Aufl. 2013 [klarschiff, Bd. 5]

ISBN 978-3-932927-55-3
Broschur, 20,5 x 13,0 cm,
224 Seiten, 41 Fotos, 12,80 Euro (D)
Originalausgabe

als E-Book: eISBN 978-3-932927-62-1 (epub)
9,99 Euro (D) 2013

 

 
Inhalt:
Leben Sie noch? Oder nostalgieren Sie schon? Wie Indiana Jones auf der Jagd nach dem heiligen Gral, ist Frank Jöricke dem Zeitgeist auf der Spur. Der Autor des erfolgreichen Debüts, “Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage”, jagt unser aller Lebensgefühl. Dieses Sachbuch ist eigentlich eine Fortsetzung seines Erfolgsromans mit anderen Mitteln. Wieder nimmt uns Werbetexter, Bad-Taste-Dj und Autor Frank Jöricke mit auf eine ebenso kurzweilige wie erhellende Tour durch die jüngere Populärkulturgeschichte der Bundesrepublik. Er erklärt, dass früher nicht alles besser, aber vieles anders war. Und warum Grönemeyers Frage, “Wann ist ein Mann ein Mann?”, noch immer nicht beantwortet ist. Warum es die Frauen auch nicht leichter haben. Und wie es mental um die heute Dreißig-, Vierzig- und Fünfzigjährigen steht. Höchste Zeit, sich die 70er, 80er, 90er und 00er Jahre mal näher anzuschauen. Und die Gegenwart gleich mit. Denn die Welt ist ziemlich kompliziert geworden. Kaum einer blickt noch durch. Einer schon: Frank Jöricke begibt sich in den Dschungel von Vergangenheit und Gegenwart, rodet die Nostalgie und stürzt sich in die Untiefen der Popkultur. Greift, wenn es sein muss, zur Peitsche und legt mit spitzer Feder reihenweise Wahrheiten frei: Warum Michael Jackson ein Revolutionär war, warum die 80er eine Lüge sind und warum das mit der Liebe so schwierig geworden ist.

 

 

Mein Fazit:

Wie heißt es auf dem Buchrücken: Leben Sie noch? Oder nostalgieren Sie schon? Wie Indiana Jones auf der Jagd nach dem heiligen Gral, ist Frank Jöricke dem Zeitgeist auf der Spur.“

In Indiana Jones Manier nimmt Frank Jöricke die Suche nach dem verlorenen Zeitgeist auf. Diese kritische Bestandsaufnahme der Entwicklung des Zeitgeistes seit den 60er Jahren in seinem ironischen Grundton ist manchmal etwas wehmütig, manches leicht beschönigend und bieten definitiv einiges an Diskussionsmaterial.

War früher wirklich alles besser? Nicht erst seit gestern wissen wir, dass es anders aber nicht besser war.
James Bond mutierte er “zum Grönemeyer-Mann, der emotional verwundet wurde und sein Verlusttrauma zu überwinden sucht”. Einen knackigen Burt Reynolds gab es auch noch,dem heutigen Schönheitsideal nicht mehr entsprechend, kam dieser männliche Mensch ohne Sixpack und Epillierer aus.
Ach, war es früher doch herrlich.
Okay, für manches in den 80igern und 90igern mögen wir uns schämen, aber irgendwie gab es zu der Zeit noch – diesen mittlerweile doch leider – fast verschwundenen Zeitgeist.

Es bleibt das Wissen, dass die Menschheit ein kauziger Haufen ist. Aber unser innerer Dschungel kann etwas Gesundrodung vertragen und der Jäger des verlorenen Zeitgeists kann helfen! Helfen indem vielleicht das eine oder andere verschlossene Türchen geöffnet wird. Selbst wem die Last der Erkenntnis zu groß werden sollte, kann man ja eine Stuhlkreisgruppe auf Facebook gegründet oder gar Dauertwitts des Zeitgeists bei Twitter erfinden.

 

In diesem Sinne, ein Hoch auf den guten alten Zeitgeist und möge er noch ein wenig hier verweilen!

 

 
Über den Autor und weitere Mitwirkende
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Seine Tätigkeit als Werbetexter hat Frank Jöricke (*1967) aus Trier nicht geschadet. Im Gegenteil, zeichnet sich doch seine Sprache durch ihre Treffsicherheit und lebendige Fabulierkunst aus. Erweitert um den Blick des Texters, der schon von Berufs wegen immer ein genaues Sensorium für die kleinen und großen Widersprüche des Lebens haben muss, verfällt er dennoch nicht dem Zynismus oder der Verklärung. Dies ist wohl weniger der neuen Ernsthaftigkeit als dem nostalgischen Wohlwollen zu verdanken, das einen erfasst, wenn die eigene Jugend- und Adoleszenszeit langsam aber sicher zu Geschichte wird. Frank Jöricke hat sie aufgeschrieben.

 

 

Mit einem Auszug aus seinem Roman “Mein liebestoller Onkel …” zog er bis ins Finale des Poetry Slams in Trier; Jürgen von der Lippe und Ingo Naujoks gefiel der Roman so gut, dass Ingo Naujoks das Hörbuch eingelesen hat. Außerdem gilt Jöricke als der Entdecker von Guildo Horn, arbeitet nebenbei als Bad-Taste- und Ü-30-DJ, ist Ex-Fußballschiedsrichter und manischer Blutspender (75 x in 19 Jahren) − dabei sind seine Bücher alles andere als anämisch!

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