Welche Medizin wollen wir?

Welche Medizin wollen wir?: Warum wir den Menschen wieder in den Mittelpunkt ärztlichen Handelns stellen müssen

 

 

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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3421046247
ISBN-13: 978-3421046246

 

 

 

 

 

 

 
Patientenwohl und Empathie statt Cash flow, Fallpauschale und Bettenpolitik

Die Medizin ist einem Wandel unterworfen. Das Wohl des Patienten ist aus dem Blickfeld geraten, stattdessen wird ärztliches Handeln mehr und mehr von ökonomischen Vorgaben geleitet. Auf der Strecke bleibt dabei vor allem die Zeit: Zeit für ein Gespräch, Zeit für Zuspruch in der Einsamkeit schwerer Krankheit, Zeit für die Erläuterung von Eingriffen, Zeit für die Bewältigung von Angst.

Michael de Ridders eindringliche Schilderungen – auch der Erlebnisse in Zusammenhang mit seiner eigenen Erkrankung – führen uns den eklatanten Mangel an Menschlichkeit im Patientenalltag vor Augen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Arzt kann er den bedenklichen Zustand der Medizin und des Gesundheitssystems genau aufzeigen. Aber er weist auch den Weg in eine patientenfreundlichere Zukunft und macht deutlich, wie das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wiederhergestellt werden kann.

 
Mein Fazit

“ Welche Medizin wollen wir?: Warum wir den Menschen wieder in den Mittelpunkt ärztlichen Handelns stellen müssen “ sollte meiner Meinung nach schon den Medizinstudent in den Kursen an die Hand gegeben werden. Sicherlich hat sich die Medizin im Laufe der Jahrzehnte verändert, aber muss dies wirklich immer auf Kosten des Patienten sein? Müssen die Krankenschwestern in den Kliniken immer mehr Arbeit bei weniger Zeit aufgehalst bekommen?

Freimütig gewährt Michael de Ridder, Arzt und Autor von seinem Werdegang. Von frühen Erfahrungen, die ihn geprägt haben aber auch von seinen Selbstzweifeln, die ihn quälten. Er hält mit seinem Standpunkt nicht zurück und geht mit dem gesamten Medizinwesen sowie der Ärzteschaft ziemlich streng zu Gericht.

Anhand eigenen Beispielen gewährt er Einblicke in die Entwicklungslaufbahn eines Arztes. Mediziner werden im Studium theoretisch umfassend und immer besser ausgebildet, aber in der Praxis müssen junge Ärzte erste Erfahrungen zwangsläufig am lebenden Objekt, also am Patienten sammeln.

Nur Kritik, nein Michael de Ridder zeigt, was getan werden kann. Welche Veränderungen, ja eigentlich Verbesserungen für eine menschenwürdige Medizin und Pflege nötig sind.

Persönlich musste ich meine Erfahrungen mit Ärzten und einem schwer kranken Menschen machen. Dabei half mir dieses Buch wirklich. Einerseits um die Ärzte die nur nach Vorgaben arbeiten zu verstehen. Andererseits durfte ich einen Arzt kennenlernen, der aufopferungsvoll und menschlich arbeitet. Dieser ist mir durch seine eigene Meinung, den Umgang mit dem Patienten aber auch in seinem Umgang mit uns auffiel. Er gab uns wirklich das Gefühl, ich kümmere mich um das Wohl dieses einen Menschen. Es ist ein Individuum und keine Sache. Persönlich hätte ich ihn gefragt ob er dieses Buch gelesen hat, denn für mich war er genau der Arzt den Michael de Ridder beschreibt.

 

 

Über den Autor:
Michael de Ridder ist seit mehr als dreißig Jahren im ärztlichen Beruf tätig, zuletzt als Chefarzt der Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses und als Geschäftsführer des von ihm mitbegründeten Vivantes Hospiz. Als Vorsitzender einer Stiftung für Palliativmedizin befasst er sich seit vielen Jahren kritisch mit dem Fortschritt in der Medizin und Fragen der Gesundheitspolitik und erörtert dies immer wieder in den Medien, unter anderem in Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Cicero. Für sein medizinisches Wirken wurde er vielfach ausgezeichnet. Bei DVA ist 2010 sein Bestseller und vieldiskutiertes Buch „Wie wollen wir sterben?“ erschienen.

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