Was Bücher einzigartig macht

Was Bücher einzigartig macht

von Benjamin Brückner

Wir leben in einer digitalen und hochmedialen Zeit. Video On Demand ist so normal geworden wie Musik-Streaming und der Daueronline-Status in Social Media-Kanälen. Trotz aller Unkenrufe hat das Buch als Medium den gravierenden technischen Wandel gut überstanden. Millionen begeisterte Leser strömen zu Buchmessen und der Hype um Bestseller findet keinen Abbruch. Aber warum ist das so?
Bücher vs. Filme
Natürlich lassen Bücher und Filme sich nur begrenzt vergleichen. Allerdings haben sie durchaus Gemeinsamkeiten: Beide Medien erzählen, beide unterhalten und beide sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken (Das Phänomen Serien betrachte ich in diesem Zusammenhang als eine Unterkategorie). Allerdings unterscheiden Bücher sich auch deutlich von Filmen, die immer einen visuell vorgefertigten Erzählrahmen vorgeben.
Was Filme uns nicht zeigen können
Es ist und bleibt das Nummer-Eins-Argument von Bücherfans: Beim Lesen wird die eigene Fantasie gefordert. Anders als beim Schauen eines Films erschaffen wir unsere eigenen Bilder im Kopf und das fordert unser Gehirn. Ein besseres Training für einen lebendigen, klugen und beweglichen Geist als das Lesen gibt es nicht. Kein anderes Medium verknüpft beide Hirnhälften so elegant und komplex miteinander wie das Lesen – das belegen zahllose Studien.
Ein Buch kann hochkomplex in die Tiefe gehen, die intimsten Gedanken und Gefühle der Figuren für uns zugänglich machen. Dabei können wir selbst das Tempo bestimmen, in dem wir die Geschichte verarbeiten wollen. Brauchen wir eine Pause, legen wir das Buch einfach weg und lesen später weiter.
Was geschieht, wenn wir Bücher lesen?
Eine Studie aus dem amerikanischen Pittsburgh kam im Jahre 2011 zu dem Schluss, dass das Lesen von Büchern vor Depressionen schütze. Doch der Genuss von Literatur macht uns auch noch aus einem anderen Grund glücklich: Durch die Identifikation der Protagonisten bzw. das Eintauchen in eine Geschichte steigern wir unsere Fähigkeit zur Empathie – eine Qualität, die uns im sozialen Miteinander zugutekommt.
Wenn wir lesen, formen wir uns eine eigene Welt – dieser entspannende Eskapismus schafft eine gesunde Distanz zum Alltag, in den wir anschließend gestärkt wieder eintauchen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Autorin Nina Sankovitch. Nach dem Tod ihrer Schwester begann sie eine ungewöhnliche Selbsttherapie: Für ein Jahr lang nahm sie sich vor, jeden Tag ein Buch zu lesen. Sankovitch war begeistert von der befreienden und heilenden Wirkung ihrer Lektüre. In ihrem Buch „Tolstoi und der lila Sessel“ hat sie diese Erfahrungen verarbeitet.
Fazit
Lesen lohnt sich auch in einer hochtechnisierten Welt mit Filmen, Serien, Social Media, etc. noch. Denn die positiven Effekte, die sich beim Lesen einstellen, lassen sich durch kein anderes Unterhaltungsmedium erreichen. Die Lektüre von Büchern hilft uns Menschen also kurz- und langfristig, um mit dem Leben und seiner Komplexität besser klar zu kommen.

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