Blond ja. Dumm nein.

Blond ja. Dumm nein. von Michael Schönberg

( Tag 13 des Autoren-Adventskalender 2014 / Text und Bilder Michael Schönberg)

 

Schönberg

 

Leseprobe aus Teil 1

Der Bäckerei Besuch von Harald Neumann

Harald hatte mal wieder viel zu viel Zeit im Bad verbracht und konnte deshalb nicht das für ihn vorbereitete Müsli verzehren. Obwohl er sich ziemlich sicher war, gestern Abend den Akku von seinem Rasierer angeschlossen zu haben, war der Akku heute Morgen leer und er musste sich von Hand rasieren. Für Frühstücken war dann „leider“ keine Zeit mehr. Er hatte einen wichtigen Termin im Büro und erwähnte seiner Frau gegenüber, dass er beim Bäcker vorbeifahre würde, um sich ein Körnerbrötchen mit Käse und Salat zu kaufen. Seine Frau betonte, wie ungesund er mal wieder leben würde. Sehr oft kam er so spät aus dem Bad, dass er keine Zeit mehr hatte, die Müslischale zu leeren. Dann musste „leider“ wieder der Bäcker her. Natürlich kaufte er sich dort ein „normales“ Brötchen mit Schinkenbelag. Wie sich sehr schnell herausstellte, war das heute keine gute Entscheidung. In der Bäckerei „Golzheimer Backstube“ war vor ihm eine blonde Frau an der Reihe, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie lieber ein belegtes Müslibrötchen oder doch lieber ein normales Brötchen haben wollte. Das normale Brötchen war mit Schinken belegt. Das Müslibrötchen war mit Käse belegt. Die blonde Frau fragte die Verkäuferin, ob sie das nicht tauschen könnte. Sie hätte gern das Müslibrötchen mit Schinken belegt. „Das geht jetzt nicht“, sagte die Verkäuferin. „Da ist ja auch noch Salat darauf.“ „ Könnten Sie mir nichts eins machen, mit Schinken?“ fragte die blonde Frau. „Nein“, sagte die Verkäuferin, „das geht jetzt nicht. Ich bin zurzeit alleine und sie sehen ja wie voll das Geschäft ist. Was möchten Sie jetzt bitte?“ Die sonst ruhige Verkäuferin wurde langsam ungeduldig. Endlich traf die Blonde eine Entscheidung und natürlich nahm sie dann doch, das mit dem Schinken belegte Brötchen. Sie verabschiedete sich mit einem Entschuldigungslächeln. An diesem Tag kam er dadurch später in sein Büro. Jeder, der so einen Morgen erlebt hatte, wusste, warum er brünett geheiratet hatte und nicht blond. Bei der Frühstückspause biss er in sein belegtes Brötchen. Da fiel ihm wieder die Blondine ein, die mit dem Schinken, weswegen er jetzt ein Käsebrot hatte. „Wie sah sie eigentlich aus?“, dachte er so bei sich, als er den Emmentaler auf seinen Gaumen schmeckte. Blond, so viel war klar. Schulterlanges Haar, der Duft, der sie umgab, war Chanel, das kannte er von einer Arbeitskollegin. Er empfand diesen Geruch als sehr angenehm, wenn die Kollegin bei Besprechungen schon mal neben ihm saß. Dann dachte er darüber nach, was die blonde Frau anhatte. Durch den roten Rock konnte er einen gut geformten Po erkennen, obwohl man das heute mit guter Unterwäsche kaschieren kann. Groß war sie auch. Jedenfalls größer als seine Frau, die mit ihren 1,65 m eher als klein bezeichnet wird. Sie wird so 1,75 – 1,78 m sein. Dann sah er sich in Gedanken ihre Figur an. Schlank war sie nicht aber auch nicht dick. Eher griffig und handfest für einen Mann um die vierzig. Leider hatte er ihr Profil nur ganz kurz gesehen. Seine Aufmerksamkeit galt doch diesem blöden Brötchen und danach der Verkäuferin.

Leseprobe aus Teil 2

Yvonne, eine schöne blonde Frau

Mit knapp über vierzig Jahren erkennt Yvonne, dass die Spezies „männliches Geschlecht“ sie eigentlich immer nur ausgenutzt hatten. Das letzte Erlebnis machte es ihr allzu deutlich, dass sie wohl als das blonde Dummchen angesehen war. Sie stellte sich vor ihren großen Spiegel im Schlafzimmer und betrachtete sich. „Eigentlich habe ich ja eine gute Figur. Die kleinen Pölsterchen an den Hüften verleihen einer Frau eher den Eindruck der Ruhe, die ein Mann dann auch bei mir finden kann“ sagte sie zu sich selbst. Sie streichelte ihre leichten Rundungen und zog dabei ihren Bauch etwas ein. Der Busen ist mit Körbchengröße D sehr griffig und die Männerwelt sollte damit zufrieden sein. Dazu drehte sie sich etwas zur Seite, um auch das Seitenprofil zu betrachten. „Meine Körpergröße ist mit 1.80 sicherlich nicht jedermanns Sache“, dachte sie so, als sie sah, wie hoch ihr Spiegelbild erschien. „Männer wollen zu ihren Frauen herunterschauen und nicht umgekehrt. Es gibt zu wenige Männer, die eine Frau neben sich akzeptieren, die fast einen Kopf größer ist, als der Herr des Hauses. Aber meine Konfektionsgröße ist mit vierzig genau das richtige um einen Mann fühlen zu lassen, dass er eine Frau in den Händen hat. Mein Gesicht kann sich auch sehen lassen“, betrachtete sie sich weiter. „Gut, die Nase ist etwas zu groß, doch sonst ist alles Ok.“ Sie sah im Spiegel ihre großen blauen Augen, die immer noch glänzten. Mit dem großen Kamm strich sie durch ihr schulterlanges Haar. Sie hatte es nicht nötig, sich die Haare färben zu lassen. Nein, ihr blondes Haar strahlte die Helligkeit der Sonne nur so aus sich heraus. „Eigentlich kann ich ja zufrieden sein. Warum bin ich in meinem Leben immer nur an den falschen Mann, Freund oder Lebensgefährten geraten?“ fragte sie sich. Was hatte sie schon alles erleiden müssen. Und als sie sich so betrachtete, sah sie im Spiegel auf der kleinen Kommode ihre alte Barby Puppe, die sie noch aus ihrer Kindheit hatte. Und sie erinnerte sich:
Als junges Mädchen hatte ich es eher gut als schlecht. Jedenfalls glaubte ich es eine lange Zeit. Einzelkind und der Liebling von Papa. Jeder Wunsch wurde mir von den Augen abgelesen. Meine Barby- oder Kenpuppen waren wie selbstverständlich in meinem Kinderzimmer. Doch ich war irgendwie in einem goldenen Käfig gefangen. Soweit ich mich zurück erinnern kann, war immer mein Vater an meiner Seite, wenn es Ereignisse gab. Ich habe meinen Vater als die Person im Gedächtnis, die mich immer begleitet hat. Schaukeln im Wald, spielen, Geburtstagsfeier oder plantschen im Garten. Papa. Immer war es Papa der da war. Mama habe ich dabei so gut wie gar nicht im Kopf. Sie war entweder in der Küche oder am Putzen. Wenn ich vor die Türe wollte, hieß es immer, „Spiel im Garten, da ist es schöner und sicherer.“ Dann kam ich in die Schule. Papa brachte mich immer hin und Mama holte mich dann wieder ab. So war es dann auch auf dem Gymnasium. Meine Schulfreunde oder Schulfreundinnen trafen sich oft nach der Schule zum Eis essen oder auf dem Dorfplatz zum rumhängen und erzählen. Ich musste immer nach Hause und meine Hausaufgaben machen. Danach war der Hausdienst angesagt. Eigene Hauswirtschaftsschule nannte mein Vater das. Wenn ich mal heirate, dann sollte ich Kochen und Hauswirtschaften können. So wie es meine Mutter von ihrer Mutter gelernt hatte. Dadurch hätte ich auf jeden Fall bessere Chancen, einen guten Mann zu finden. Kochen und so, das würde die heutige Jugend ja gar nicht mehr lernen. Nach diesen Aufgaben war es meistens zu spät um noch vor die Türe zu gehen, wenn ich gedurft hätte. So war ich nicht nur ein Einzelkind, sondern auch einsam. Überhaupt durfte ich eigentlich sehr wenig alleine. Mein Vater war sehr gläubig und so war es Sitte, dass man betete, bevor man isst. Abends im Bett wurde das gute Nachtgebet gesprochen. Mein Vater badete mich auch immer. Wegen der Reinheit, wie er es schon immer nannte. Reinlichkeit ist wichtig vor dem Herrn. Die Reinlichkeit war auch so etwas wie ein Ritual. Mein Vater hat mich schon von klein auf gewaschen. Meine Mutter hat das meinem Vater überlassen, weil er es so wollte. Er war der Herr im Haus und er bestimmte, wer was machte. Meine Mutter hätte sich nie getraut auch nur ein Wiederwort zu geben. Jeden Abend hat mein Vater mich gewaschen. Sehr gründlich und er ließ nichts aus. Als ich noch klein war, machte es mir ja noch Spaß, jedenfalls soweit ich mich noch erinnern kann. Als ich dann pubertierte war es mir peinlich. Mein Vater beherrschte die Familie und niemand wiedersetzte sich ihm. Auch ich nicht und so wusch er den Körper, die nun schon kleinen erhobenen Stellen auf meinem Oberkörper, den Bauch, den Po und natürlich besonders die Scheide, da sich da besonders viele Bakterien absetzen könnten. Auch das abtrocknen zelebrierte er. Meine Mutter hatte nie etwas gesagt, obwohl sie sehr oft gesehen hatte, wie gründlich er mich gewaschen und auch abgetrocknet hatte. Zu groß war der Respekt vor dem Ernährer, als das ihr auch nur ein Wort der Entrüstung über die Lippen gekommen wäre. Er war der Herr im Haus und von Gott gesendet um eine Familie zu gründen, sie zu Ernähren und zu führen. In der Woche wurde ich mit dem Waschlappen abgewaschen. Das ging immer recht schnell. Jedenfalls im normalen Ablauf. Hier und da hatte ich mich wohl besonders schmutzig gemacht und mein Vater brauchte dann schon mal besonders lange. Samstag war Badetag. Fast ein Erlebnistag. Wenn die Wanne mit Wasser gefüllt war, setzte sich zuerst Papa in die Wanne. Er blieb eine Zeit in der Wanne und wusch sich erst mal selbst. Dann rief er mich zu sich. Ich durfte dann auch in die Wanne. Als ich noch sehr klein war, soweit ich mich erinnern kann, haben wir dann zusammen in der Wanne etwas getobt und gespielt. Papa hat mich danach dann so hingesetzt, dass ich rückwärts zwischen seinen Beinen saß. Dann hat er meinen Rücken eingeseift, die Arme und die Haare gewaschen. Nun wurden die Brust und der Bauch gewaschen. Alles mit der gleichen Seife. Wir waren nicht arm aber diese Blockseife war ein Muss. Damit wurde immer alles gewaschen und der Körper roch zwei Tage nach dieser Seife. Dann musste ich mich hinstellen und er wusch mir den Po und die Beine von hinten. Dem Po widmete er besondere Aufmerksamkeit, Putzgründlichkeit eben. Es ging weiter mit umdrehen und die Beine wurden von vorne gewaschen. Danach wurde der Unterleib gewaschen. Das spreizen der Beine für diesen Vorgang, musste sofort erfolgen, sonst gab es schon mal was auf den Po. „Willst du wohl, oder glaubst du, ich habe ewig Zeit, dich zu waschen“, waren seine strengen, etwas lauteren Worte. Nach dem Waschen stieg mein Vater aus der Wanne und ich konnte sehen, wie sein Ding gewachsen war. Jedenfalls hing das Ding, das ich ja schon oft gesehen hatte, da mein Vater fast immer nackt durch die Wohnung lief, nicht mehr so rum wie sonst. Nein, es hatte sich, warum auch immer, aufgerichtet und war auch größer als sonst. Ich machte mir damals darüber noch nicht wirklich Gedanken. Ich wusste nur, dass er jetzt anders aussah als sonst

SONY DSC

Michael Schönberg
wurde 1955 in Düsseldorf geboren.
Er arbeitete viele Jahre als Maschinenbaumeister.
In den letzten Jahren war er als Logistikleiter
in einem Produktionsunternehmen der Verpackungsindustrie tätig.
In seinem ganzen Leben war er kreativ und konnte
sehr anschaulich Geschichten erzählen.
Als sich das Ende der beruflichen Karriere abzeichnete,
vertiefte er diese Gabe und begann zu schreiben.
So entstand aus seinen Gedanken der Roman
»Blond ja. Dumm nein.«
Außer diesem Roman schreibt er auch Kurzgeschichten, die er schon in verschiedenen öffentlichen Lesungen vorgetragen hat.
Aus den einzelnen Geschichten entstand in diesem Jahr das Buch
»Michaels Kurzgeschichten«.

 

Zurzeit arbeitet er an einem lustigen Roman.
Dabei handelt es sich um die Liebegeschichte von einem Paar im fortgeschrittenen Alter, das sich in der Sauna kennen und lieben gelernt hat.
Besondere Freude hatte er an der Mitwirkung bei der Buchreihe »Jedes Wort ein Atemzug« vom Karina-Verlag, unter der Leitung von Karin Pfolz. Insgesamt haben dort 143 Autoren/innen mitgearbeitet und kostenlos Kurzgeschichten zu Verfügung gestellt. Die Erlöse von den Büchern, »Geschichten aus aller Welt, Band 1 und Band 2«, »Kriminelle Geschichten« und »Winter- und Weihnachtsgeschichten« unterstützten die Gewaltopferhilfe der Autonomen österreichischen Frauenhäuser.
Hompage: http://authorsbook.de/michaelschoenberg/

Duocarns – Die fantastischen Sternenkrieger von Pat McCraw

Duocarns – Die fantastischen Sternenkrieger von Pat McCraw

( Tag 12 des Autoren-Adventskalender 2014 / Text und Bilder Pat McCraw)

 

sammel_ebookfinal800
Leseprobe:
Trianora legte die Petrischalen in den Brutschrank zurück. Das Virus war nun vollends erforscht. Es war genauso, wie Solutosan vermutet hatte. Es führte zum kompletten Flüssigkeitsverlust in der Spiralvene und im Genital der Bacanis und mumifizierte so diese Körperteile. Alle Versuche andere Zellen damit zu infizieren, waren fehlgeschlagen, was hieß, dass es wirklich die ultimative Waffe gegen die Bacanis war.
Trianora erhob sich, glättete ihr Gewand und blickte in den kleinen, runden Spiegel an der Wand. Sie sah müde aus. Kein Wunder, dass Ulquiorra sie nie richtig wahrnahm. Sie verlor immer mehr von ihrer strahlenden, jugendlichen Schönheit.
Könnte ich einfach nur vergessen, dass ich ihn liebe, dachte sie, jedoch war sie nicht fähig ihre zweite Gabe bei sich selbst anwenden. Kaum jemand wusste von ihrem Talent, andere vergessen zu lassen. Die Einzigen, die es gewusst hatten, waren ihre Eltern. Aber ihre Mutter war vor langer Zeit und ihr Vater einige Terzien danach gestorben.
Trianora seufzte. Sie blickte auf ihren Datenspeicher. Hatte sie nicht an diesem Tag Unterricht bei den Quinari? Sie war sich nicht sicher. Vorbereitet hatte sie die nächste Stunde bereits. Sie wollte mit ihnen über Eigentum sprechen. Leicht verärgert über sich selbst schüttelte sie den Kopf und beschloss in die Aula zu gehen, um dort auf den Plan zu schauen.
Wie immer um die Mittagszeit war das Silentium ausgestorben. Draußen mussten sich die Monde eben auf den weitesten Punkt zur Sonne entfernt haben, denn das gelbe Licht strahlte warm und stark durch die sonnendurchfluteten Gänge und Hallen. Trianora genoss ihren langsamen Spaziergang auf den reflektierenden, weißen Böden, die sie zusätzlich in Licht badeten. Leise öffnete sie die Tür der Aula. Nein, es war keiner der Quinari im Raum.
Sie trat ein und schaute auf das kleine Brett neben der Tür. Dort hing ein weiterer Lehrplan. Sie studierte ihn und fühlte plötzlich, dass sie nicht alleine war. Dann sah sie ihn. Zusammengesunken saß er auf dem Fußboden vor der Bühne der Aula, den glänzenden, roten Schädel in die Hände gestützt.
»Xanmeran!« Sie eilte zu ihm. »Alles in Ordnung mit dir?«
Er hob den Kopf und sah sie an, als erkenne er sie nicht. Dann kam Leben in seine schwarzen Augen. »Trianora!«
Er blickte zu Boden. »Ja, mir geht es gut.«
»Aber warum sitzt du denn hier?« Trianora spürte, dass etwas geschehen war. Sie setzte sich auf einen Stuhl in seiner direkten Nähe, beugte sich vor. Sein Kummer war fast greifbar. »Ulquiorra«, sagte sie instinktiv.
Xanmeran hob den Kopf. Sein Blick war gequält. »Ich habe gedacht, ich hätte es überwunden«, flüsterte er.
Trianora rutschte mit dem Stuhl näher an ihn heran und nahm seine Hände in ihre. »Wovon sprichst du nur?«
»Ich habe seine Mutter vor langer Zeit verletzt. Das wird er mir nie verzeihen«. Er senkte wieder den Kopf. Trianora streichelte unbewusst mit dem Daumen seinen Handrücken. »Er hält mich für ein unbeherrschtes Ungeheuer. Ich werde für ihn nie etwas anderes sein.« Xanmeran legte den Kopf auf ihre Knie, die Hände immer noch in ihren.
»Ihr müsst nochmals miteinander sprechen«, versuchte Trianora ihn zu trösten. Das Gewicht seines Kopfes auf ihren Knien begann sie zu irritieren. Sie blickte auf ihn hinab. Er war traurig. Wie von selbst hob sich ihre Hand und streichelte seinen glatten Kopf. Die rote Haut war samtig, warm und angenehm. Er schmiegte sich an ihre Knie.
Noch nie war ihr ein Mann so nah gekommen …

 

 

patm

 

Pat McCraw, Jahrgang 1955, bezeichnet sich selbst als „Überbleibsel aus der Hippiezeit“. An ihrem Hang zu bunten Indien-Kleidern, Räucherstäbchen und psychedelischer Musik sowie dem lockeren Leben der 70iger hat sich bis zum heutigen Tag wenig geändert. Dieses wilde Leben ließ kaum Raum zum Schreiben, so dass lediglich einige Kurzgeschichten entstanden sind. Nach dem Tod ihrer großen Liebe kam sie zur Ruhe. Es entstand Raum um die Erotic Fantasy & SciFi Romance Romanreihe „Duocarns“ zu schreiben und sich im Schreib-Handwerk weiterzuentwickeln. McCraw hat einen Verlag für gute Frauen-Literatur gegründet und arbeitet als Autorin, Redakteurin und Kolumnistin, unter anderem für das erotische Literaturmagazin Xtme:Adult.

Alle ihre Bücher sind als Ebooks (auf allen guten E-Book-Plattformen)
und Taschenbücher (bei Amazon) erschienen.

 

 

Das DUOCARNS Epos
Teil 1: „Duocarns – Die Ankunft“
Teil 2: „Duocarns – Schlingen der Liebe“
Teil 3: „Duocarns – Die drei Könige“
Teil 4: „Duocarns – Adam, der Ägypter“
Teil 5: „Duocarns – Liebe hat Klauen“
Teil 6: „Duocarns – Ewige Liebe“
Teil 7: „Duocarns – Alien War Planet“
Teil 8: „Duocarns – Nice Game“

Eigenständiger Folgeband: „Duocarns – David & Tervenarius“
Die Kurzgeschichten zu den Duocarns „Duocarns – Suspiricons“
Der Sammelband: „Duocarns – die fantastischen Sternenkrieger“
http://amzn.to/15TMEJJ
Homepage: http://www.elicit-dreams.de
Blog: http://duocarns.blogspot.de/

Die Rebellin von Koron von Susanne Esch

Die Rebellin von Koron von Susanne Esch

(Tag 11  des Autoren-Adventskalender 2014 / Text und Bilder Susanne Esch)

Download (2)

 

Solifera

Als alles seinen Anfang nahm

WIE EIN GLUTROTER FEUERBALL sank die Sonnen-scheibe dem Wasserspiegel entgegen. Ihre Strahlen tauchten die Oberfläche des nur in sanften Wellen dahinplätschernden Meeres und die über ihr in bizarren Formen treibenden Wolken in ein faszinierendes, kurioses und unbeschreibliches Farbspektrum zwischen Sonnenblumengelb und dunkelstem Bordeaux. Flammen schienen am Horizont emporzulodern, den Feuerball einzuhüllen. Wollte die licht- und wärmespendende Kugel mit diesem grandiosen Feuerwerk für immer ihren Abschied nehmen? Tiefer und tiefer glitt sie, zog die hellen Farbtöne mit sich, verwandelte das Ende des sichtbaren Himmels in einen Ozean aus Blut und Lava. Langsam, so langsam, dass die einsame Gestalt, die reglos auf der höchsten Düne des einsamen Strandes stand, das Schauspiel in all seiner ehrfurchtgebietenden Schönheit verfolgen konnte, veränderte sich das Bild. Wie aus den Unendlichkeiten des Alls schoben sich dunkle Schwaden in das leuchtende Rot, verwischten es, überdeckten es, und brachten es schließlich ganz zum Erlöschen. Ein letztes aufbegehrendes Auflodern, dann versank die Sonne endgültig unter den Wasserteppich. Auch ihre sich wie ein aufgeschwungener Fächer zum Halbkreis ausstreckenden Strahlen konnten das allmähliche Verglimmen nicht verhindern. Die Dämmerung zog herauf, und wo vor ein paar Minuten noch ein heftiger Kampf um die Vorherrschaft getobt hatte, setzte sich nun die Nacht mit ihrer alles einschließenden Dunkelheit gegen das Licht des Tages durch. Samtblau mit unendlich vielen Sternen legte sie sich wie eine Decke über das Land.

 

 

Download (1)

 

Der Savant von Innis

__YURO__ Vorsichtig kroch Yuro aus der kleinen Schlaf-nische, die er einst mit viel Mühe in den roten Felsen gehauen hatte und die seitdem sein einziger Rückzugsort war. Stille war um ihn herum, denn es war tiefste Nacht. Außer ihm selbst gab es in diesen Mauern wohl keinen, der den Mut aufgebracht hätte, die Gesetze der Bruderschaft zu missachten und die Schlafstelle zu verlassen.

Es war weder das erste noch das zweite Mal, dass Yuro gegen die hiesigen Regeln verstieß. Er tat dies nicht, weil er die Mönche ärgern oder die herrschende Disziplin untergra-ben wollte, sondern weil er nicht anders konnte. Lange Zeit hatte er versucht, sich an die Gebote des Klosters zu halten, dies aber war ihm zunehmend unmöglich geworden, beson-ders nachts.

Immer häufiger war er aus dem Schlaf geschreckt, die Bil-der seiner Träume beständig vor Augen. Immer seltener war es ihm gelungen, durch Meditation die nötige Ruhe zurück-zuerlangen, um wieder einschlafen zu können. So war er, es musste Jahre her sein, eines Nachts zitternd aus seiner Nische gekrochen, den langen Gang entlanggeschlichen und durch das schwere, hölzerne Tor geschlüpft, das auf den weitläu-figen Hof hinaus führte. Moruk, Ilar und Pun, die drei Mon-de, die den Planeten Innis umkreisten, hatten in ihrer ganzen Pracht am Firmament gestanden. Ihr weiches Licht hatte ihn gestreichelt, ihre Beständigkeit ihn beruhigt – und irgend-etwas hatte ihn berührt. Seitdem zog es ihn immer wieder in die Dunkelheit.

Yuro hatte versucht, mit Meister Uruma über seine Emp-findungen zu reden. Dieser hatte ihm zwar aufmerksam zu-gehört, aber kein Verständnis für die daraus resultierenden Verstöße aufzuwenden vermocht und seine innere Zerrissen-heit schließlich mit seinem schlechten Gewissen begründet. Stundenlange Meditationsübungen waren die Sanktion gewe-sen, der er sich daraufhin unterwerfen musste. So hatte Yuro Abstand davon genommen, den Brüdern, wie er es eigentlich gewohnt war, von seinem Gemütszustand zu berichten.

Es war schwer für ihn geworden, sich wie immer innerhalb der Gemeinschaft zu bewegen. Von Tag zu Tag fühlte er die Veränderungen und seine Andersartigkeit deutlicher. Alles, was während seiner Kindheit so einfach und selbstverständ-lich erschien, begann, ihm mehr und mehr Kraft abzuverlan-gen. Er konnte die Dogmen des Klosterlebens nicht mehr hinnehmen, ohne sie zu hinterfragen. Viele Rituale verloren ihren Sinn, spendeten weder Geborgenheit noch Trost oder Ruhe, sondern brachten etwas in ihm zum Schwingen, das er erst nach und nach als Rebellion und Wut einzuordnen im Stande war. Alles in ihm begann, sich gegen die klaren Linien und das vorgezeichnete Leben innerhalb dieser Mauern zu wehren. Je mehr er sich bemühte, den inneren Trotz in den Griff zu bekommen und ihn zu unterdrücken, desto brachia-ler suchte dieser sich einen Weg nach außen, verleitete ihn zu Handlungen, die allem, was er bisher erlernt hatte, zuwider liefen. Einzig harte körperliche Arbeit vermochte ihm Ablen-kung zu verschaffen. Deren meist gleichförmige, monotone, sich beständig wiederholende Abfolge brachte gelegentlich auch seinem Geist ein wenig von der Ruhe zurück, die er mehr und mehr entfliehen fühlte.

Ob seinen Mitbrüdern dies alles tatsächlich entging?

 

Download

 

Die Rebellin von Koron

_Eine Entscheidung reift heran  Bebend vor Wut lag Kayana auf ihrem Bett. Immer wieder schlug sie mit ihren Fäusten erbarmungslos auf ihr Kissen ein. Was sie vor wenigen Minuten durch Zufall gehört hatte, trieb glühende Wellen flackernden Zorns durch ihre Adern. Ihr Vater Ellmaat wollte sie zur nächsten Sonnenwende verheiraten! Nicht nur, dass sie gerade erst dreizehn Jahre alt war, nein, er wollte sie auch noch einem Mann zur Frau geben, der ihr Großvater hätte sein können.

Elim von Stacklat, Herr über die an Simion angrenzende Domäne, sollte ihr Gatte werden. Er lebte in einer düsteren, aus den Felsen herausgehauenen Burg, die wie eine drohende Faust in den Himmel ragte. Von dort aus herrschte er mit Strenge und Unnach­gie­big­keit. Auch sein aufbrausendes Temperament und seine Grausamkeit waren weit über die Gren­zen seiner eigenen Besitztümer hinaus bekannt und berüchtigt.

Wieder durchrann sie eine siedend heiße Woge. Selbst wenn sie, weil weib-lich, dem Gesetz nach eine rechtlose Kreatur war und ihrem Vater Gehor-sam schuldete, würde sie sich dieser Diktatur nicht beugen. Zwar hatte sich Ellmaat einst rührend um sie, seine erstgeborene, hübsche Tochter geküm-mert, als aber Navin das Licht der Welt erblickte, veränderte sich sein Ver-halten ihr gegenüber radikal und grundlegend. Von einem Augenblick zum nächsten war sie Luft für ihn geworden, und die gren­zen­lose Gleichgültigkeit, die er sie spüren ließ, hatten ihr schon damals fast das kindliche Herz zerrissen.

Wie oft durfte sie vor der Geburt ihres Bruders auf seinem Schoß sitzen, auf seinen Knien reiten, ihren Kopf an seine mächtige Brust kuscheln. Seine kräftigen, schwieligen Finger hatten ihre widerspenstigen Locken gezaust, und manchmal hatte er sie in seinen Armen in den Schlaf gewiegt. Sie hatte kaum noch Erinnerungen an diese Zeit und die Wärme, die sie und ihn ehe-mals verband.

Eigenwillig, wie sie auch im Alter von dreieinhalb Jahren schon gewesen war, hatte sie den Kampf aufgenommen, versucht, ihre Stellung zurückzu-erobern, sich die Zuneigung ihres Vaters zu ertrotzen.

Sie signalisierte, dass auch sie sich für Pferde, Schwerter, Schnitzarbeiten und Bogenschießen interessierte. Sie lief ihm hinterher, wo immer er hinging … bis er ihres Buhlens so über­drüs­sig geworden war, dass er sie für nahezu zwei Monate in ihrem Zimmer einschloss.

Zu jener Zeit begann sie, ihren Vater zu hassen.

Dimeni, ihre Mutter, wagte nicht, sich gegen seine Befehle aufzulehnen. So verbrachte Kayana unendlich viele Stun­den allein in ihrer Kammer. Nur die Mahl­zeiten, die sie zusammen mit Muyan, einer der Dienstmägde, die Ell-maat zu ihrer Versor­gung abgestellt hatte, einnehmen durfte, unterbrachen ihre Einsamkeit.

Muyan war damals vierzehn Jahre alt gewesen, aber die schwere Arbeit hatte sie vorzeitig altern lassen. Sie hatte eine leise, aber wunderschöne Sing-stimme gehabt, und obwohl ihre Hände rau, ihre Nägel rissig und spröde waren, konnten sie wunderbar sanft sein. Jeden Abend war Kayana auf Muyans Schoß geklettert. Bei ihr fand sie mehr Geborgenheit als ihre Mutter ihr je hatte zukommen lassen. Die gemeinsamen Lieder waren ihr Trost, die wenigen Stunden der Gemeinsamkeit ihr Rettungsanker gewesen, wenn sie in den Fluten der Einsamkeit zu ertrinken drohte. Muyan verdankte sie auch ihre Freilassung.

»Ich werde sie mit ins Gesindehaus nehmen, Herr«, beschwor sie Ellmaat, »aber lasst sie wieder aus ihrem Zimmer heraus. Sie welkt dahin wie eine Rose, der man das Sonnenlicht vorenthält.«

Ihr Vater hatte lauthals über diese blumige Beschreibung ihres Zustands gelacht, sich brüllend auf die Schenkel geschlagen und dann laut gedröhnt: »Du kannst sie haben, wenn sie mir nur aus den Augen bleibt!«

 

 

Download (3)Zu mir:

Ich bin 47 Jahre alt, vierfache Mutter und schreibe, weil ich Spaß daran habe, meine Träume und Fantasien in Worten auszudrücken. Das ist für mich eine Art „Seelenventil“. Viele positive Rückmeldungen zu meinen „Erstlingswerken“, den Harry Potter Fanfiktion-Bänden 8 und 9, trugen dazu bei, etwas Eigenes zu schreiben, und dies auch zu veröffentlichen. Nach „Solifera“, meinem ersten Fantasy-Roman, entstanden somit „Der Savant von Innis“ sowie  „Die Rebellin von Koron“. Wer mehr über mich erfahren möchte, findet meine Homepage unter: http://www.susanne-esch.de/ . Auch in Facebook habe ich inzwischen eine Autorenseite: https://www.facebook.com/pages/Susanne-Esch-Autorin/1511872505710258?ref=hl