Ein Engel für Jonathan von Deborah Ginsberg

Ein Engel für Jonathan von Deborah Ginsberg

*Tag 1 des Neujahrskalender / Bilder und Text Deborah Ginsberg*

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Ein Engel für Jonathan, Weihnachtsgeschichten von Deborah Ginsberg

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Nicht jeder steht auf der Sonnenseite des Lebens – doch an Weihnachten besteht die Chance, dass die Karten neu gemischt werden… die vierzehn „etwas anderen Weihnachtsgeschichten“ dieses Buches stecken voller Überraschungen…

Die Autorin erzählt warmherzig und humorvoll – ihre Geschichten laden ein darüber nachzudenken, wodurch Weihnachten eigentlich zu Weihnachten wird. Immer sind es Außenseiter, denen ein ‚beflügelter‘ oder ‚menschlicher‘ Engel zur Hilfe kommt… So sucht der Erzengel Gabriel nach Weihnachten und findet es nicht – er braucht dringend Menschen, die ihm dabei helfen… Sein Kollege Raffael will einem Biker den Lebensmut wieder geben, aber der gefällt sich in seiner Mutlosigkeit – und Uriel versucht, ein junges Paar zu verkuppeln, das zunächst andere Pläne hat… Doch auch die ‚zweibeinigen‘ Engel wachsen manchmal über sich hinaus und können das Universum verändern…

 

Textprobe:

Wie der Engel Gabriel nach Weihnachten suchte…

(Erzengel trifft Punk)

Angefangen hatte alles damit, dass Gabriel mit den anderen Erzengeln in Streit geraten war. Es ging um die Bedeutung von Weihnachten. Immer wieder versuchte er, den anderen zu erklären, was für ein Glück es für die Menschen sei, die Geburt ihres Erlösers jedes Jahr aufs Neue feiern zu können und wie dankbar die Welt für dieses heilige Fest ist. „Du bist weltfremd, Gabriel“, sagte Raphael vorsichtig. „Wann bist du das letzte Mal unten gewesen?“„Zugegeben, es ist lange her“, meinte Gabriel verlegen. „Aber die Menschheit verändert sich nicht in wenigen Jahren – oder Jahrhunderten!“ „Dann geh hinunter und zeig mir ein halbes Dutzend Leute, die Weihnachten feiern um des großen Ereignisses willen. Zeig sie mir, und dann soll unser kleiner Streit zu deinen Gunsten entschieden sein!“.

So geriet Gabriel in die Einkaufsstraße einer großen Stadt. Es war alles festlich geschmückt, Lichterbögen glänzten über der Passage, sein Herz füllte sich mit Freude. Er hielt einen aus einer Gruppe Jugendlicher an, die ganz gemütlich und scheinbar ziellos durch die Straße schlenderten. Sie hatten einen kleinen Hund dabei und machten auf Gabriel einen ausgeglichenen Eindruck, obwohl ihre Kleidung zerrissen und ärmlich aussah. Einigen von ihnen standen die Haare im wahrsten Sinne des Wortes zu Berge. Ein weiterer trug seine Haarpracht gefärbt und aufgestellt wie ein Hahn – Gabriel wunderte sich über die bunten Bilder, die er im Gesicht und auf dem Handrücken des Jugendlichen entdeckte.

„Entschuldigen Sie, junger Mann, warum feiern Sie Weihnachten?“ Der Jugendliche blieb stehen und schüttelte sich. Die Ketten, die er  um den Hals trug, rasselten, und Gabriel bemerkte, dass er sogar in der Nase einen Ring trug.

„Wie meinst du das, Opa?“ Der Erzengel lächelte. Anscheinend hatte er Ähnlichkeit mit dem Großvater des Jungen. Ein warmes Gefühl beschlich sein Herz. „Nun, ich will wissen, was bedeutet dir Weihnachten, mein Junge?“ „Nix ey!“ „Wie meinst du das – nix ey?“

Der Jugendliche trat etwas verlegen von einem Bein auf das andere und schüttelte sich erneut.

„Ich kann mit der ganzen Scheiße nix anfangen! Aber wenn du Geld brauchst, Opa, ich kann dir was geben. Hier hast ´n Euro. Hab vorhin gut Kohle gemacht.“ Er drückte dem verdutzten Alten die Münze in die Hand und ging wieder zu seinen Kameraden, die inzwischen weiter gezogen waren…

 

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUlrike Münch, alias Deborah Ginsberg…

…ist seit 25 Jahren freie Autorin, hat einige Theaterstücke geschrieben, Geschichten, Kurzkrimis und Drehbücher für ARD, ZDF, RTL und Sat1 – unter anderem hat sie mitgeschrieben bei: „Das Traumhotel“, „Im Tal des Schweigens…“ „Ein Gauner Gottes“, „Hinter Gittern“, Kommissar Rex“ etc.

 


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